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SF Hamborn 07 - DJK Arminia Klosterhardt 2:0 (1:0)

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- Gekämpft, gewonnen und doch nicht am Ziel: Hamborn schlägt Klosterhardt, zieht aber in einem Herzschlagfinale beim Fernduell gegen „Hö-Nie“ den Kürzeren - Last-Minute-Sieg der „Bullen“ gegen Kray zwingt die „Löwen“ in die Relegation gegen den GSV Moers - 

Sie haben gerackert, gekämpft und das geboten, was ihre Fans im Holtkamp von ihnen erwarten und an ihnen lieben. Das reichte für die Kicker von Hamborn 07 am letzten Spieltag der Landesliga Gruppe 2 gegen Arminia Klosterhardt zu einem verdienten 2:0 Erfolg durch Tore von David Gehle (45.) und Tim Keinert (67.); für den direkten Klassenerhalt reichte es aber nicht. 

Den sicherte sich der direkte Konkurrent SV Hönnepel-Niedermörmter mit einem 3:2 Sieg gegen den FC Kray in buchstäblich letzter Sekunde. Die „Bullen“ drehten hierbei zum Ende des Spiels einen 1:2 Rückstand innerhalb von sechs Minuten, nachdem Kray ab der 81. Minute nach einer gelb-roten Karte in Unterzahl spielen musste. André Trienenjost schoss den alles entscheidenden Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit. Der Ex-Löwe hatte die „Bullen“ in der 13. Minute in Führung gebracht.

Das Team von Georg Mewes verteidigt damit Rang 14 gegen die Hamborner Löwen, die nun in die Relegation müssen und am kommenden Donnerstag im Holtkamp auf den Bezirksligisten GSV Moers treffen (Anstoß 19.30 Uhr);  das Rückspiel findet am Sonntag darauf in Moers statt (Anstoß 15.00 Uhr).

„Die Umstände sind bitter“, so ein geknickter Löwen-Coach Michael Pomp, der einige Akteure nach dem Spiel erst einmal wieder aufbauen musste und selbst ein wenig nach Fassung rang. „Wir haben eine intakte Mannschaft und heute gezeigt was wir können. Es kann nicht sein, dass das hier so endet.“

Mit Blick auf den kommenden Gegner mahnt der Übungsleiter vor Überheblichkeit: „Der GSV hat sich den Tabellenplatz hart erarbeitet und sich auch  verdient. Die haben gegen uns nichts zu verlieren.“ Ganz unvorbereitet gehen die Löwen nicht in die Relegation. „Natürlich haben wir uns die Moerser angesehen. Wir werden das hier aber erst einmal sacken lassen und dann die Mannschaft auf den GSV einstellen.“

Sollten die Löwen den gleichen Einsatz zeigen wie am heutigen Sonntag und eine vergleichbare Leistung abrufen können wie gegen Klosterhardt, sollten die Chancen für die beiden anstehenden Spiele nicht schlecht sein.

Hamborn muss allerdings sowohl das unglückliche Ende dieses Spieltages mental verdauen als auch das kräftezehrende Spiel, während Spieler und Trainer des GSV bereits am Samstag ihr letztes Spiel absolvierthatten und sich ihren kommenden Gegner im Holtkamp bei schönstem Wetter intensiv ansehen konnten.

Vor rd. 330 Zuschauern boten die Hamborner Löwen bei bestem Fußballwetter eine engagierte und kämpferische Leistung.

Gegen eine in der Spielanlage gefälligere Arminia machten die Löwen spielerische Mängel durch Kampf und Einsatz während des  gesamten Spieles wett und entschädigten so ihre Fans für die ein oder andere „Gurkenpartie“ in der abgelaufenen Spielzeit.

Kein Ball wurde verloren gegeben, kein Zweikampf gescheut. Permanent angefeuert von Coach Michael Pomp und seinem „Co“ Sascha Wiesner mühten sich die Hamborner nach vorne, fanden aber zunächst kaum ein Mittel gegen die gut sortierte Abwehr der Klosterhardter.

Die Gäste aus Oberhausen waren keineswegs nur zum Betriebsausflug in den Holtkamp gekommen, sondern zeichneten sich durch sicheres Kombinationsspiel und gefährliche Konter aus. Insbesondere Philip Bauer, der sich immer wieder und auf allen Seiten quirlig durch die Hamborner Reihen wuselte und sein Offensivpartner  Thomas Stauch sorgten für den ein oder anderen Aktzent im Angriffsspiel der Arminen.

Stauch ist es auch, der eine Hereingabe von Philipp Melzer von der rechten Seite nur um Haaresbreite im Fünfmeterraum verpasst- Glück für „07“!

Wenig später hat Thomas Stauch erneut die Führung der Gäste auf dem Fuß, als er sich im 16er der Hamborner durchsetzen kann,  mit einem Drehschuss aber nur den Pfosten trifft. Löwen-Keeper Dominik Schäfer wäre machtlos gewesen (28.).

Die Oberhausener haben jetzt eine starke Phase. Hamborn hatte bis auf einen Kopfball von Tim Keinert bis dahin keine zwingende Chance, müht sich aber weiter. Nach Zuspiel von David Gehle erwischt Jan Stuber das Leder im Strafraum, der Schuss wird aber in letzter Sekunde zur Ecke geblockt (32.).

Ramazan Ünal versucht es einmal mit einem  Fernschuss aus rd. 20 Metern, leider zu unplatziert und ohne den nötigen Druck - der Ball zieht rechts am Tor der Arminen vorbei (38.). 

Das Spiel ist ausgeglichen, findet aber überwiegend im Mittelfeld statt, da beide Abwehrreihen gute Arbeit leisten

Dann findet Tim Keinert, der sich heute mit einem großen Laufpensum Kilometergeld verdiente, endlich eine Lücke, tankt sich über links bis zur Grundlinie durch und kann das Leder noch scharf in den Strafraum bringen. Dort steht David Gehle und braucht nur noch den Fuß hinzuhalten und einzunetzen: 1:0 Hamborn (45.)! Überraschend, aber nicht unverdient.

Mit der 1:0 Führung geht es in die Kabine. Aus Kalkar wird der Zwischenstand 1:2 gemeldet - Hamborn hätte den Klassenerhalt geschafft.

Nach dem Seitenwechsel setzt sich das Spiel in gewohnter Manier fort, wobei die Gastgeber nicht nachlassen, sich in jeden Zweikampf zu hängen, jede Aktion  der Arminen zu stören und selbst Akzente nach vorne zu setzen.

Klosterhardt kommt zeitweise nicht aus der eigenen Hälfte heraus und kann sein Spiel nicht aufbauen. 

Aber auch die Löwen taten  sich weiter schwer, wenn es nach vorne ging. Bis zur 67. Minute, als David Gehle den Ball wunderbar per Kopf auf Valentin Markic legt. Der aus den Dienst für „07“ scheidende Kroate startet über die rechte Seite durch, kämpft sich bis zur Grundlinie und bringt den Ball nach innen, wo Tim Keinert goldrichtig steht und die Kugel zum 2:0 in die Maschen drischt. Gäste-Keeper Alexander Kraus hatte nicht den Hauch einer Chance. 

Arminen-Trainer hatte mit Philip Bauer, für den Phil Gevendehl in der 64. Minute kam, bereits einen Leistungsträger ausgewechselt; jetzt nahm er auch noch Thomas Stauch vom Feld und brachte Nico Große-Beeck (68.). Die frischen Kräfte belebten noch einmal das Spiel der Gäste, doch  zu mehr als einem Lattenkracher von Ömer Akbel in der 79. Minute sollte es nicht mehr langen für die Arminia. „07“ kontrollierte  das Spiel und brachte das 2:0 geschickt über die Zeit.

Freude wollte nach dem Schlusspfiff dennoch nicht bei den Gastgebern aufkommen, denn zeitgleich machte die Runde, dass der SV Hönnepel-Niedermörmter sein Spiel gegen den FC Kray mit 3:2 gewonnen und damit Platz 14 gegenüber Hamborn verteidigt hatte. 

Fußball verrückt hatte sich den Zuschauern sowohl im VTRipkens Sportpark im Holtkamp als auch in Kalkar an der Duffelsmühle an diesem Tag geboten.

Bis 10 Minuten vor Spielende sah es danach aus, dass die Löwen das Unmögliche wahr machten und den Oberliga-Absteiger aus Kalkar im letzten Moment vom letzten Nichtabstiegsplatz 14 verdrängen könnten. Zu diesem Zeitpunkt führten sie gegen Klosterhardt mit 2:0, der SV Hönnepel-Niedermörmter lag  gegen den FC Kray mit 1:2 hinten.

Dann gibt es  in Kalkar die erste gelb-rote Karte für Kray, „Hö-Nie“ gleicht zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit durch Yilmaz aus und erzielt in der vierten Minute der Nachspielzeit ausgerechnet durch den Ex-Löwen André Trienenjost das alles entscheidende 3:2. Kurz danach verlor der  FC Kray noch einen weiten Spieler durch Gelb-Rot. 

Dramatischer geht es kaum noch.

Es ist bitter für die Löwen, so auf der Zielgeraden abgefangen zu werden, doch der direkte Klassenerhalt wurde nicht erst  heute verfehlt. Das sehen auch Trainer und Spieler so. 

Auch wenn die Mär von einem „gekauften Spiel in Kalkar“ schnell im Holtkamp die Runde machte und der ein oder andere vielleicht doch gerne die Schuld bei Dritten sucht: Am Ende spiegelt  Platz 15 das arithmetische Ergebnis der gesamten Saisonleistung wider. Und die war nicht ausreichend für den direkten Klassenerhalt.

Den Kopf in den Sand zu stecken brauchen für Löwen keinesfalls: Nach einem unterirdischen Saisonstart wurde der Aufsteiger schnell als Abstiegskandidat Nummer 1 benannt. Dann der unrühmliche Abgang von Dietmar Schacht. Beides haben die Hamborner relativ gut verpackt. Der frühere „Co“ Armin Dimmel   ist in die Bresche gesprungen, hat die Mannschaft aufgefangen. Unter der neuen Leitung von Michael Pomp hat das Team neues Selbstvertrauen getankt, hat „Big Points“ geholt, mit denen  niemand gerechnet hätte - es allerdings auch versäumt, Sechs-Punkte-Spiele für sich zu entscheiden.

Charakter und Potenzial stimmen. Beides gilt es nun in den folgenden Spielen gegen den GSV Moers abzurufen. Es ist die zweite Chance für den Klassenerhalt - „07“ sollte sie nutzen!


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