HomeNewsIntern"Erste" und "Zweite" zuhause im Doppelpack!

GSV Moers -SF Hamborn 07 2:2 (0:1)

gsv moerssportfreunde hamborn- Hamborn gibt in Moers ein kontrolliertes Spiel und eine 2:0 Führung aus der Hand - Last-Minute-Tor von Pascal Sikorska schickt die Löwen in die Bezirksliga -

Die Sportfreunde Hamborn 07 haben ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt in der Landesliga nicht nutzen können. Nach der 0:1 Heimniederlage gegen den GSV Moers am letzten Donnerstag im Hinspiel der Relegation kam das Team von Michael Pomp nun am Sonntagnachmittag  im Rückspiel beim Grafschafter Spielverein nicht über ein 2:2 hinaus. 

Dabei zeigten sich die Hamborner im Vergleich zum Hinspiel sowohl von der Taktik als auch vom Einsatz her stark verbessert gegen eine  etwas müde wirkende und recht passiv agierende Mannschaft des GSV. Einzig und allein die mangelhafte Verwertung bester Chancen müssen sich die heute ganz in gelb spielenden Löwen vorhalten lassen, die ihnen letztendlich zum Verhängnis wurde. 

Lars Gronemann hatte „07“ mit einem schönen Kopfball auf Vorlage von Jan Stuber nach rd. einer halben Stunde mit 0:1 in Führung (29.) gebracht. Als Raphael Schütz in der 70. Minute einen Foulelfmeter zum 0:2 verwandelte, schien die Partie gelaufen und Hamborn gerettet.

 

Aus unerfindlichen Gründen ließen die Löwen, die bis dahin - sieht man von ein zwei Szenen ab - Ball und Gegner voll im Griff  hatten und das Spiel kontrollierten, die Zügel schleifen und standen zunehmend tiefer, wirkten plötzlich verunsichert.

Angetrieben von ihrem Kapitän und Ex-Löwen Fabian Hastedt, kamen die Moerser plötzlich auf und wurden nach einem üblen Schnitzer der Hamborner Hintermannschaft durch den 1:2 Anschlusstreffer von Christian Zeiler bereits drei Minuten nach dem scheinbar vorentscheidenden 0:2 belohnt (73.).

Der GSV bekam jetzt die zweite Luft, brachte   die Hamborner Defensive durch lange Bälle immer wieder in Verlegenheit, so wie in der 91. Minute als ein 50 Meter-Pass aus der Moerser Hälfte  per Kopf im Strafraum zu Pascal Sikorska verlängert wird; dieser lässt mit einem trockenen Flachschuss aus rd. 14 Metern in die rechte untere Torecke Löwen-Keeper Dominik Schäfer keine Chance: es heißt 2:2.  Die verbleibende Nachspielzeit konnten die Hamborner nicht mehr nutzen, um den entscheidenden Siegtreffer, der zum Klassenerhalt gereicht hätte, zu erzielen.

Damit müssen die Löwen, die erst im letzten Jahr in die Landesliga aufgestiegen waren, den bitteren Weg zurück in die Bezirksliga antreten.

Die Art und Weise, mit der die Hamborner zunächst in die Relegation, dann in die Bezirksliga gerutscht sind, kann man durchaus als unglücklich und bitter bezeichnen: Sowohl bei der Partie des SV Hönnepel-Niedermörmter gegen den FC Kray als auch jetzt in Rückspiel der Relegation fielen die entscheidenden Tore in der Nachspielzeit. Letztendlich hatten es die Löwen aber heute in der Hand, frühzeitig klare Verhältnisse zu schaffen. Das ist ihnen nicht gelungen. Eine vergleichbare gute Einstellung und Leistung, wie sie  heute von „07“ präsentiert wurde,  im gesamten Saisonverlauf erbracht oder zumindest im Hinspiel der Relegation, hätte das heutige Ergebnis bedeutungslos gemacht. So hat es nicht sollen sein.

Insofern gilt dem GSV Moers unser Glückwunsch zum Aufstieg in die Landesliga. Die Grafschafter haben in der Bezirksliga eine gute Saison gespielt; sie haben die Relegation mit Herz und einem Einsatz gespielt, der sie sicherlich an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht hat, und sich den Aufstieg redlich verdient.

Wir wünschen dem GSV für die kommende Spielzeit in der Landesliga viel Erfolg.

Für die Hamborner Löwen heißt es jetzt erst einmal, die Wunden lecken und sacken lassen. Mit dem Abstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksliga ist der Super-GAU im Holtkamp perfekt, denn nachdem im letzten Jahr erste und zweite Mannschaft den Doppel-Aufstieg feiern konnten und für eine enorme Aufbruchstimmung sorgten, müssen beide Teams nun wieder eine Klasse runter. Hamborns Zweite stand bereits nach dem letzten Spieltag der Bezirksliga als Absteiger in die Kreisliga A fest.

Löwen-Trainer Michael Pomp wurde im Vorfeld des Rückspiels in Moers in den Medien zitiert: „Ich glaube nicht, dass in Hamborn eine Welt zusammenbrechen wird, wenn der Doppel-Abstieg tatsächlich Realität wird.“ 

Recht hat er, der Übungsleiter. Das Leben geht weiter und in Hamborn ist man Kummer gewohnt und ist darin geübt, die Ärmel aufzukrempeln und neu anzufangen. Es wird jedoch ein  hartes Stück Arbeit, den Frust zu verarbeiten und den Wiederaufstieg anzupacken. 

Nein, die Welt wird  nicht zusammenbrechen, aber sie wird sich ändern müssen in Hamborn; vor allem, was die Ansprüche und  das Selbstverständnis anbelangt. Die Zeiten, da die Löwen hinter dem MSV die Nummer zwei in Duisburg waren, ist lange vorbei. VfB Homberg, FSV  Duisburg,  DSV 1900 und jetzt auch der SV Genc Osman sind im klassenmäßig an den Hambornern vorbeigezogen.

Nein, die Welt wird nicht zusammenbrechen. Aber der Abstieg in die Bezirksliga wird auch strategische Auswirkungen haben ; so wird sich Bleibeperspektive  für den Nachwuchs verschlechtern. Talente aus dem Jugendbereich wird es eher zu Vereinen ziehen, deren Seniorenteams eine höherklassige Perspektive bieten können. 

Auch wirtschaftliche Folgen werden nicht ausbleiben. Zuschauer, Sponsoren und andere Förderer lassen sich  in der Landesliga eher zum Engagement begeistern als in unteren Klassen. 

Kulissen, wie jetzt in der Relegation, als über 700 Zuschauer das Hinspiel im Holtkamp sahen, oder jetzt über 1.200 Zuschauer in Moers, wird man im Liga-Betrieb der Löwen in naher Zukunft nicht mehr erwarten dürfen.

Nein, die Welt bricht nicht zusammen im Holtkamp - sie wird nur anders.

Auf Verantwortliche. Funktionäre, Trainer, Betreuer und natürlich vor allem auf  die Aktiven im Löwen-Lager wartet eine Menge Arbeit.


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