HomeNewsInternSF Hamborn 07 - SC Frintrop 05/21 0:2 (0:0)

SC Blau-Weiß Oberhausen-Lirich - SF Hamborn 07 2:1 (1:0)

sc blau weiss oberhausensportfreunde hamborn- Ideenlose Löwen beißen sich am BWO-Bollwerk die Zähne aus - Bora Karadags Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kommt für 07 zu spät - 

Eine böse Überraschung und ein vorgezogenes Halloween erlebten die Sportfreunde Hamborn 07 am Sonntagnachmittag beim SC Blau-Weiß Oberhausen; es gab zwar keine ausgehöhlten Kürbisse oder Horror-Masken, aber es war ein gruseliges Spiel, das die Hamborner Löwen eine Woche nach dem Schützenfest gegen RWS Lohberg ihren mitgereisten Fans bei harschen Temperaturen an der Tulpenstraße in Lirich boten.

Gegen eine bestens sortierte und tiefstehende Oberhausener Elf, die zudem mit Leidenschaft fightete und über Konter von der ersten bis zur letzten Minute brandgefährlich war, fanden die Hamborner, so sehr sie sich auch mühten, nie das passende Mittel zum Erfolg. 1:2 hieß am Ende aus Hamborner Sicht bei den bis zu diesem Tag auf einem Abstiegsplatz stehenden Blau-Weißen aus Lirich.

Erik Link (42.) und Giovanni D‘Amico (53.) brachten die Gastgeber zu aus Hamborner Sicht strategisch ungünstigen Momenten kurz vor und nach dem Seitenwechsel mit 2:0 in Führung. Der Anschlusstreffer der Löwen, durch Bora Karadag in der Nachspielzeit kam zu spät. Hamborn hatte trotz eines leichten spielerischen Übergewichts bis zu diesem Zeitpunkt bis auf einen Lattenkracher von Bora Karadag in der 16. Minute keine zwingenden Torchancen gehabt.

Anders die Liricher, denen sich nach blitzschnellen Tempogegenstößen im zweiten Durchgang weitere Hochkaräter auftaten. Allein Torschütze Giovanni D‘Amico hatte drei, vier Mal das 3:0 auf dem Fuß, vergab aber jeweils etwas überhastet. Am Ende reichte es aber auch so für BWO, das durch den Sieg auf den Relegationsplatz 15 klettert.

Für „07“ ist es die vierte Saisonniederlage, und damit ein weiterer empfindlicher Schlag gegen die eigenen Aufstiegsambitionen, der ein Grundproblem der Hamborner erneut offenlegt: Bislang konnte kein probates Mittel gefunden werden, die verständlicherweise überwiegend defensiv gegen Hamborn agierenden Gegner in der Bezirksliga „zu knacken“ - das Spiel gegen RWS Lohberg muss aus bekannten Gründen außen vor bleiben. Die Qualität des Kaders allein reicht hier anscheinend nicht aus. Vielmehr sind Einsatz, Teamgeist und eine Konstanz in der Leistung gefragt, will man tatsächlich noch oben mitspielen.

Der Zug fährt hier langsam ab: Tabellenführer Dingden fertigte Armina Lirich mit 7:1 ab und vergrößert den Abstand zu Hamborn auf sieben Zähler. Nimmt man das Nachholspiel bei den DJK Vierlinden hinzu, könnten es gar 10 Punkte werden. Der SuS Dinslaken zieht nach seinem 3:2 gegen Fortuna Bottrop wieder an „07“ vorbei auf Platz 2 und schickt diese auf den dritten Platz. Bucholz ist nach dem 3:0 bei RWS Lohberg punktgleich mit Hamborn auf Rang 4. Auch die übrigen Verfolger konnten dreifach punkten und sind den Löwen dicht auf den Fersen.

Am nächsten Sonntag ist der VfB Bottrop zu Gast im Holtkamp. Gelingt den Löwen gegen den Tabellenzehnten kein Dreier, könnten die Hamborner Richtung Mittelfeld rutschen. Eigentlich eine „No-go-Area“ für „07“...

Es hätte anders kommen können und sollen in Lirich. Zunächst ergriffen die Hamborner an der Tulpenstraße denn auch die Initiative. Nachdem sich die Löwen mehrfach an der Oberhausener Deckung aufgerieben hatten, fasste sich Bora Karadag in der 16. Minute einmal ein Herz und zog vor der Strafraumgrenze einmal ab - der Ball zog einen leichten Bogen und krachte an die Latte.

Ein Weckruf für seine Kameraden war dies allerdings nicht, denn 07 bemühte sich mit klein-klein, die dicht gestaffelten Liricher Reihen zu durchbrechen - ohne Erfolg. Es fehlte die zündende Idee, der Überraschungsmoment, um die wachen Gastgeber einmal richtig in Verlegenheit zu bringen.

Auf der anderen Seite konnte BWO aus dem Spiel heraus zunächst auch keine besonderen Akzente setzen, war aber bei Standards gefährlich. So in der 22. Minute, als Kürsat Elci einen Freistoß aus rd. 25 Metern in Richtung Löwen-Tor hämmert, 07-Schlussmann Max-André Chmilewski nur abklatschen kann; Said Koumbaz ist mit dem Kopf zur Stelle und erzielt das vermeintliche 1:0. Schiedsrichter Urtenur verweigerte dem Treffer jedoch die Anerkennung, da er den Schützen zuvor im Abseits sah.

BWO hatte jetzt eine starke Phase, in der „07“ nicht aus der eigenen Hälfte kam. Zunächst aber ohne Folgen.

Hamborn fand im Strafraum der Oberhausener bis auf einen Kullerball von André Meier, der einfach keinen Druck in seinen Schuss bekam, nicht statt. Burak Öktem versuchte es dann mit einem Fernschuss aus rd. 16 Metern, verzog aber genauso wie Raphael Schütz einige Momente später (40.).

Dann gab es wieder einen Freistoß für BWO aus rd. 25 Metern Torentfernung; wie bei der Situation in der 22. Minute aus halblinker Position. Ein kurzes Anspiel auf Kürsat Elci, der das Leder Richtung Tor hämmert. Wieder kann Löwen-Keeper Max-André Chmilewski nur abklatschen, Erik Link ist da und vollendet per Kopfball zum 1:0 (42.). Ein Dejá-vu der schlimmen Art!

Weniger Glück hatte auf der anderen Seite Emre Camdali, dessen Freistoß aus ähnlicher Entfernung von BWO-Keeper Sadiklar per Faustabwehr entschärft werden konnte.

Wenig später bricht Giovanni D‘Amico durch, lupft über den aus dem Kasten eilenden Max-André Chmilewski,  aber auch knapp über das Löwen-Tor hinweg - Glück für Hamborn!

Als nach dem Wiederanpfiff die Löwen ihre Offensivbemühungen intensivierten, vollendete Giovanni D‘Amico gleich den ersten Konter der Gastgeber zum vorentscheidenden 2:0 (53.). Schlussmann Max-André Chmilewski war gegen den flach ins lange Eck gezogenen Ball ohne jede Chance.

Zuvor hätte Emre Camdali fast das 1:1 erzielt, als er einen Freistoß von Bora Karadag mit dem Kopf erwischt, aber BWO-Schlussmann Sadiklar zur Ecke klären kann (48.).

Hamborn musste jetzt weiter aufmachen, konnte aber nie nennenswerten Druck aufbauen; dafür kamen die Liricher mit gefährlichen Kontern vor das Hamborner Gehäuse, ohne sich selbst hinten zu entblößen. Eine äußerst disziplinierte Leistung! Mit ein wenig mehr Kaltschnäuzigkeit hätten die Gastgeber locker 3:0 oder 4:0 führen können. Allein Giovanni D‘Amico hatte drei bis vier dicke Chancen, verzog aber jeweils knapp.

Durch recht späte Wechsel versuchte Hamborn noch einmal das Blatt zu wenden. Insbesondere Namoni Blinort brachte frischen Wind in die Angriffsbemühungen der Gäste, konnte aber auch nicht mehr entscheidende Akzente setzen. 

Als man den Eindruck gewann, dass Hamborn  noch hätte Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen, war es Bora Karadag, der sich  ein Herz fasste, das Leder schnappte, sich bis zum 16er durchtankte, seine ganze Wut und den ganzen Frust in den Schuss packte, und die Kugel unter die Latte drosch: 2:1 (91.). Da war ein Teil der Hamborner Fans bereits auf dem Weg nach Hause.

Jubel wollte auf Hamborner Seite nicht so recht aufkommen, wusste man doch, dass es zu spät war. Die Löwen holten das Leder zwar schnell aus dem Netz, um den Anstoß zu beschleunigen, konnten die  verbleibenden drei Minuten der Nachspielzeit aber nicht mehr nutzen. Lirich spielte bemerkenswert gelassen die Zeit herunter.

Am Ende geht der 2:1 Sieg der Blau-Weißen voll  in Ordnung. Die Liricher haben sich durch gutes Stellungsspiel, Einsatz und Ausdauer sowie die Vielzahl der Chancen den Dreier verdient. Für Hamborn geht es erneut in die Analyse. Es bleibt zu hoffen, dass bis zum nächsten Sonntag neue Ansätze gefunden werden, solide Abwehrriegel wie die von BWO, Dinslaken 09 oder Dingden zu knacken.

Zwei Erkenntnisse bleiben: Mit der heute gezeigten  Leistung wird BWO auf der einen Seite definitiv nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Sollte den Löwen auf der anderen Seite nichts Entscheidendes einfallen, um die eigene Offensivabteilung der defensiven Spielweise der Gegner entscheidend anzupassen, wird man sich mit der Leistung des heutigen Tages von den Aufstiegsträumen verabschieden müssen.

BWO: Sadiklar, Dag, Erik Link, Hahn, Cobanoglu (49. Singh), D’Amico (89. Andrud), Elci (45. Yilmaz), Büdeker, Koumbaz, Kilic, Rouven Link.

SF Hamborn 07: Chmilewski, Schütz (77. Bothe), Schäfer, Stuber (73. Neul), Camdali, Öktem, Keinert, Meier, Karadag, Grevelhörster (64. Namoni), Gronemann. 

Schiedsrichter: Hayrettin Urtenur (SC Glück-Auf Sterkrade)

Tore: 1:0 Erik Link (42.), 2:0 D’Amico (53.), 2:1 Karadag (91.).

Gelbe Karten: Karadag (38. Meckern), Gronemann (78. Meckern).

Zuschauer: 132


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