HomeNewsInternVorbericht 25.Spieltag: ESC Rellinghausen

SV Glück-Auf Möllen - SF Hamborn 07 II Spielabbruch beim Stand von 2:0 (2:0)

sv glueckauf moellensportfreunde hamborn-Unschöne Szenen an der Rahmstraße - Rudelbildung, zwei Hitzköpfe und ein platzstürmender ZuschAuer sorgen für ein vorzeitiges Ende der Kreisliga A-Partie in Voerde -

Ein unrühmliches vorzeitiges Ende fand das Meisterschaftsspiel in der Kreisliga A Gruppe 2 zwischen Glück-Auf Möllen und der Zweiten Mannschaft der Sportfreunde Hamborn 07 am Sonntagnachmittag. Beim Stande von 2:0 für die Hausherren durch Tore von Tobias Tönges (22.) und Mehmet Rustemi (42.) kam es in der 63. Minute zum Spielabbruch.

Nach dem Foul eines Möllener Akteurs an seinem Hamborner Gegenspieler kam es zunächst zu Handgreiflichkeiten zwischen den Streithähnen, dann zu einer Rudelbildung aus Spielern beider Mannschaften. Als in deren Folge ein Möllener Zuschauer auf den Platz stürmte und gegen den vermeintlichen Hamborner Übeltäter handgreiflich wurde, beendete Schiedsrichter Ahmet Cetinkaya die Partie vorzeitig. Der Unparteiische hatte gerade die beiden Hauptverantwortlichen einen Feldverweis erteilen wollen, als der Platzsturm begann.

Es wird Einiges aufzuarbeiten sein in dieser Angelegenheit, angefangen mit den Beteiligten, über die es unterschiedliche Angaben gibt. Referee Cetinkaya benennt im Spielbericht den Möllener Daniel Pietruszka als Verursacher des Fouls und Hilmi Kücüker als Gefoulten, der sich mit einer Tätlichkeit bei seinem Gegenspieler revanchiert. Andere Augenzeugen und Stimmen sehen auf Möllener Seite Marco Breder als Auslöser der Szene und Opfer der Hamborner Tätlichkeit.

„Hilmi hat mit der Sache überhaupt nichts zu tun“, konstatierte Löwen-Coach Marcel Antonica nach der Partie eine Unschuldsvermutung in Richtung Hilmi Kücüker. „Der stand auf der anderen Seite des Platzes“, so der Hamborner Übungsleiter, der allerdings auch nicht genau erkennen konnte, wer von Hamborner Seite denn nun zugelangt hatte. 

Es ist anzunehmen, dass das Spiel ohne das Eingreifen des Zuschauers mit einem Feldverweis für die beiden Kontrahenten hätte weitergeführt werden können. Das ist aber Spekulation. So blieb dem Unparteiischen keine andere Wahl als der Spielabbruch, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Positiv ist anzumerken, dass nach Beendigung der Partie die Bemühungen beider Mannschaften und der Verantwortlichen, das Geschehene vor den Kabinen sachlich und ruhig aufzuarbeiten, die wenigen giftigen Kommentare einzelner Akteure deutlich in den Hintergrund stellte. Mannschaften und Verantwortlichen war und ist bewusst, dass der Spielabbruch für beide Seiten negative Auswirkungen hat.

Angefangen vom Imageschaden bis zur Frage, wie es denn mit der Wertung des Spieles weitergeht: Neuansetzung oder Entscheidung über die Punkte am grünen Tisch?

 

Für die Zukunft sollten beide Teams beherzigen, dass sich mit einem gesunden Maß an Disziplin und Sportsgeist solche Szenen vermeiden lassen. Das Image der Kreisligen ist eh schlecht genug. Traditionsvereine wie Glück-Auf Möllen und Hamborn 07 sollten hier eher eine Vorbildfunktion ausüben als den Vorurteilen Futter zu geben.

Zum Sportlichen:

Es hätte eine insgesamt interessante und spannende Begegnung werden können. Beide Mannschaften legten von Beginn an forsch los und suchten den Weg nach vorne. 

Dank der guten Defensivarbeit auf beiden Seiten kam es zunächst nicht zu zwingenden Szenen. Tobias Tönges setzte den ersten Akzent für die Möllener, als er - schön in den 16 er geschickt - versuchte, Robin Meyer mit einem Lupfer zu überwinden. Der Löwen-Keeper roch den Braten und wehrte das Leder noch mit einem tollen Reflex ab (6.). 

Auf der anderen Seite hatte Enes Yildizhan eine Minute später die erste Gelegenheit für die Löwen, als er sich über die rechte Seite schön durchtanken und im 16er aufs Tor ziehen kann. GA-Schlussmann Marvin Knaup ist jedoch auf dem Posten und wehrt mit einer Parade zur Ecke ab (7.).

Es bleibt erst einmal bei diesen beiden Chancen, da die Abwehrreihen weiterhin gute Arbeit leisten.

Ein Fehler im Aufbauspielern der Löwen beschert den Gastgebern dann die Führung: Muhammet Kara vertändelt das Leder kurz vor dem eigenen Strafraum, Tobias Tönges schnappt sich die Kugel, wählt seelenruhig die Ecke aus und schlenzt das Leder an Freund und Feind vorbei in die rechte Torecke - unhaltbar für Robin Meyer, dem ein wenig die Sicht versperrt war (22.).

Möllen setzt nach, übt stärkeren Druck aus. Hamborn kommt nur selten nach vorn, hat aber eine Möglichkeit durch Maurice Hörter, der von Yavuz Kalyoncu über die linke Seit geschickt wird, im 16er aber knapp links verzieht (25.).

Nach einem Zweikampf im Hamborner Strafraum gibt es Elfmeter für Möllen. Mehmet Rustemi hat die Möglichkeit, zum vielleicht vorentscheidenden 2:0 zu erhöhen. Der Routinier zeigt jedoch Nerven und setzt die Kugel rechts neben den Kasten (32.).

Wenig später ist Tobias Tönges erneut durchgestartet, wieder klärt Robin Meyer mit einem tollen Reflex (35.).Möllen ist dem 2:0 näher als die Löwen dem Ausgleich.

Kurz vor der Pause ist es dann soweit: Nach einem weiten Einwurf von der linken Seite in den 16er der 07er, fühlt sich kein Hamborner für Ball und Gegner zuständig. Mehmet Rustemi steht goldrichtig und stochert die Kugel zum 2:0 in die Hamborner Maschen (42.). Ein Slapsticktor!

Die 2:0 Pausenführung für Glück-Auf geht voll in Ordnung. Hamborn hatte noch kein probates Mittel gefunden, die Abwehr der Gastgeber in Verlegenheit zu bringen.

Nach Wiederanpfiff ist es zunächst aber Möllen, das bissiger und zielstrebiger aus der Kabine kommt als die Löwen.Man merkt den Gastgebern  an, dass sie auf die Entscheidung drängen. Nach einem Freistoß von Tobias Tönges von der linken Seite hat Mumibekir Dema im 16er das 3:0 auf dem Fuß, trifft das Leder aber nicht richtig und verzieht aus kurzer Distanz (52.).

Hamborn hat sich hinten aber gut sortiert, und nachdem die erste Möllener Welle überstanden ist, beginnt man auf Seiten der Löwen mit weiteren Offensivbemühungen. Ein Schlenzer von Marvin Telke, der es einmal von der Strafraumgrenze versucht, segelt knapp links am Tor vorbei (55.). Ein schöner, schneller Gegenzug über Muhammet Kara auf der rechten Seite findet Maurice Hörter, der den Ball im 16er allerdings nicht mehr richtig erwischt, so dass Möllens Schlussmann Marvin Knaup ohne Probleme aufnehmen kann (58.).

Wenig später kommt es bei einem weiteren Angriffsversuch der Hamborner zum ominösen Foul in Höhe der Mittellinie, das zum Ausgangspunkt für den Spielabbruch wurde.

Es bleibt Spekulation, ob sich das Blatt für Hamborn noch einmal gewendet hätte. „Die erste Halbzeit ging an Möllen“, räumte Marcel Antonica später ein. „Doch nach unseren starken Beginn in der Zweiten Hälfte wäre sicher noch ein Punkt drin gewesen“, ist der Übungsleiter überzeugt.

Es hat nicht sollen sein. Die Entscheidung der Spruchkammer bleibt nun abzuwarten.

Auf Hamborner Seite wussten neben Keeper Robin Meyer, der sein Team mit tollen Reflexen vor einem höheren Rückstand bewahrte, insbesondere Marvin Telke und Recep Seyyid Coban zu gefallen, die mit Einsatz und Übersicht dem Löwen-Spiel wichtige Impulse geben konnten. „Die beiden haben ein super Spiel gemacht“, lobte denn auch Marcel Antonica im Nachgang.

Bei Möllen stach der quirlige und immer torgefährliche Tobias Tönges hiervor.

SV Glück-Auf Möllen: Knaup, Muhs, Burkamp, Pietruszka, Moelleken, Rustemi, Innocenti, Breder, Tönges, Lech, Dema.

SF Hamborn 07 II: Meyer, Avsar (15. Kalyoncu), Telke, Hörter, Coban, Yildizhan, Kasch, Kücüker, Pala, Kara, Türkmen.

Schiedsrichter: Ahmet Cetinkaya

Tore: 1:0 Tönges (22.), 2:0 Rustemi (42.)

Besonderheiten:

Mehmet Rustemi verschießt Foulelfmeter (32.)

Spielabbruch in der 63. Minute.

Gelbe Karten: Innocenti (30. Meckern), Telke (35. Foulspiel), Yildizhan (50. Halten), Pala (60. Meckern), Pietruszka (60. Foulspiel).

Gelb-Rote Karte: Pietruszka (60. Ballwegschießen)

Rote Karte: Kücüker (60. Tätlichkeit)

Zuschauer: 25

 


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