HomeNewsInternVorbericht 23.Spieltag (Nachholspiel): Wuppertaler SV U23

SF Hamborn 07 II - SGP Oberlohberg 4:3 (1:0)

sportfreunde hambornsgp oberlohberg dinslaken- Löwen-Reserve ringt trotz fast einstündiger Unterzahl den Tabellenzweiten in einer dramatischen Partie nieder - Maurice Hörter macht ein Rzesenspiel und trifft im Doppelpack für „07 II“ -

Einen Fußball-Krimi mit höchst dramatischem Finale lieferten sich die Zweite Mannschaft der Sportfreunde Hamborn 07 und die Sportgemeinschaft Pestalozzidorf Oberlohberg zum 22. Spieltag in der Kreisliga A Gruppe 2.

Sieben Tore und acht Karten sorgten für einen mehr als unterhaltsamen Sonntagnachmittag im Hamborner Holtkamp, an dessen Ende die Löwen-Reserve mit 4:3 verdient die Oberhand und damit sämtliche Punkte zu Hause behielt.

Dabei spielten die Gastgeber ab der 37. Minute nur noch zu zehnt, nachdem Marvin Telke wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte. Auch die Gäste aus Dinslaken beendeten die Partie nicht in voller Stärke: Schlussmann Felix Schürmann sah in der Nachspielzeit zunächst Gelb fürs Meckern (90. + 3), dann nach einem Foulspiel die Ampelkarte (90. + 4).

Pierre Kasch hatte Hamborn in der 35. Minute mit 1:0 in Führung gebracht; nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Dennis Gieselmann (57.) sorgten Maurice Hörter mit einem Doppelpack (67. und 74.) und Enes Yildizhan (70. Strafstoß) innerhalb von sieben Minuten gar für eine 4:1 Führung der Löwen und anscheinend für klare Verhältnisse. 

Der Tabellenzweite aus Dinslaken ließ jedoch nicht locker, spielte seine Überzahl nun geschickter aus als die Kräfte bei den Hambornern zu schwinden begannen, und kam durch Treffer von  Oliver Simic (74.) und Dominik Krath (80.) noch auf 4:3 heran. Die dicke Chance zum Ausgleich verpasste Dennis Gieselmann,  der einen Handelfmeter über dass Hamborner Tor zog (84.). Zu mehr sollte es aber auch nicht mehr reichen.

Mann des Spiels war Maurice Hörter, der nicht nur zwei Tore zum Sieg seines Teams beisteuerte, sondern ein wahnsinniges Spiel machte, überall zu finden war und seine Mannschaftskameraden immer wieder mitriss.

Die Löwen-Reserve verteidigt mit diesem Erfolg ihren fünften Tabellenplatz, tritt aber ein wenig auf der Stelle, da der Vierte, die Zweitvertretung der DJK Vierlinden (4:0 bei Union Hamborn) und Löwen-Verfolger FC Albania Duisburg (7:0 bei Yesilyurt Möllen) ihre Spiele ebenfalls gewannen. Für die SGP Oberlohberg hat der Ausgang der Partie dagegen empfindliche Auswirkungen: Der Abstand Spitzenreiter TV Voerde (6:0 bei Gelb-Weiß Hamborn) vergrößert sich auf sechs Punkte.

Zu Beginn sah es im Holtkamp allerdings alles andere als nach einem Sieg für die Hausherren aus. Die Löwen beginnen zunächst etwas holprig, finden dann so langsam ins Spiel, allerdings ohne zu zwingenden Chancen zu kommen.

Nach einer Viertelstunde verliert Hamborn den Zugriff im Mittelfeld. Marcel Antonica und Murad Taheri stellen um auf zwei 6er. „07 II“ bekommt wieder Oberwasser, was sich dann in der 35. Minute auch prompt auszahlt: Hilmi  Kücüker erkämpft sich im Mittelfeld den Ball und schickt Selahattin Güner links in die Tiefe; dieser lässt seinen Gegenspieler stehen und flankt mustergültig auf Höhe des Elfmeterpunktes, wo Pierre Kasch den Ball volley ins lange Eck schlägt: 1:0 für die Löwen!

Durch eine Dummheit schwächen sich die Hamborner selbst und bringen sich unter Druck. Eigentlich sind die Gastgeber im Angriff und Maurice Hörter steht schon abschlussbereit  im Dinslakener Strafraum, als Marvin Telke im Lauf ohne Ball seinem Gegenspieler mit der flachen Hand auf den Rücken schlägt - Rot! Die beiden Kontrahenten schienen schon das ein oder andere Mal aneinander geraten zu sein.

„Sehr dumm und unnötig, da der Schiri noch vor dem Spiel in der Kabine eine klare Ansage gemacht hatte“, ärgerte sich Coach Murad Taheri. Auch sein Trainerkollege Marcel Antonica war nicht begeistert: „Ein richtig unnötiges Ding! Hierüber habe ich mich bereits in der Halbzeit bereits genug aufgeregt.“ 

Marvin Telke war nach einem Foul bereits mit Gelb vorbelastet. „Rückblickend hätten wir Marvin schon in der 30. Minute rausnehmen müssen“, orakelt Murad Taheri. So mussten die Löwen die verbleibenden 55 Minuten in Unterzahl absolvieren.

In den letzten 10 Minuten der ersten Hälfte machte die SGP dann natürlich Druck, konnte aber bis zum Pausenpfiff nichts Zählbares mehr erreichen.

„Während der Halbzeit haben wir dann versucht, die Mannschaft wieder in die Bahn zu bekommen,“ so Murad Taheri über die nicht ganz so leichten 15 Minuten zwischen den Spielhälften. Die Coaches stellten nicht viel um, wiesen aber darauf hin, dass Kevin Hesse und Selahattin Güner jetzt Seyyid Coban und Maurice Hörter im Mittelfeld stärker unterstützen müssen. 

Die Gäste aus Dinslaken kommen aber besser aus der Kabine und nutzen einen Stellungsfehler der Löwen-Abwehr zum 1:1 durch Dennis Gieselmann (57.). Die Partie scheint zu kippen, doch die Hamborner werden jetzt wieder stärker, allen voran  Maurice Hörter, der jetzt anscheinend überall zu finden war. „Für mich gestern der beste Mann auf dem Platz,“ lobte Murad Taheri. „Nicht nur wegen seiner zwei Tore, wovon eins ein Traumtor war, sondern auch wegen des Willens, heute hier zu gewinnen. Maurice ist für zwei Mann gelaufen und hat die ganze Mannschaft mitgezogen“, schwärmt der Übungsleiter.

Besagtes Traumtor war der Fallrückzieher des 23 jährigen Mittelfeldspielers in den Winkel des Oberlohberger Kastens, der die Hamborner in der 67. Minute mit 2:1 in Führung brachte und damit sieben wilde Hamborner Minuten einleitete. Denn plötzlich ging alles ganz schnell.

Nach einem Foul an Selahattin Güner im 16er gibt es einen Strafstoß, den Enes Yildizhan sicher zum 3:1 versenkt (72.). Als kurz darauf Maurice Hörter mit seinem zweiten Treffer gar auf 4:1 erhöht, scheint das Spiel entschieden (74.).

Doch Oberlohberg wacht noch einmal auf; nicht umsonst steht das Team von Trainer Jens Szopinski auf dem zweiten Rang der Tabelle. Auf der anderen Seite lassen bei den Löwen die Kräfte nach. „Da hat man die Unterzahl schon deutlich gespürt,“ so Murad Taheri, der zusammen mit Marcel Antonica ansehen muss, wie der Vorsprung kontinuierlich schmilzt.

„SGP kam eigentlich in drei ähnlichen Angriffen zu zwei Toren und zu dem Elfmeter“, skizzierte Murad Taheri das Schnittmuster der Gästestrategie: „Ein Tiefer Ball über rechts bis an die Grundlinie, dann ein Pass  in die Mitte - zwei Mal Tor und einmal der Oberarm von Davut Avsar, wofür es dann den Strafstoß gab, der aber eigentlich keiner war.“

So trafen Oliver Simic zum 4:2 (72.) und Dominik Rath zum 4:3 (80.) und machten die Angelegenheit noch einmal spannend. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Dennis Gieselmann den Strafstoß in der 84. Minute nicht über, sondern ins Hamborner Tor gezogen hätte...

So hatten die Löwen dieses Mal das verdiente gute Ende für sich und brachten das 4:3 über die Zeit.

„Als der Elfer drüber ging, wusste ich, die drei Punkte bleiben bei uns,“  so Murad Taheri. „Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die sich heute eine 1 mit Sternchen verdient hat“, lobte Trainer-Kollege Marcel Antonica nach dem Spiel. „Das waren ganz wichtige drei Punkte.“

Lob gab es übrigens auch vom Gästetrainer: „Wir sind zu spät aufgewacht. Hamborn war aber heute genau ein Tor besser als wir und hat sich den Sieg verdient“, wird Jens Szopinski in der Dinslakener Presse zitiert. Hut ab für diese faire Einschätzung, die die Sympathiewerte für die „Dörfler“ auch in Hamborn sicherlich nach oben treiben.

Für Hamborns Zweite geht es am kommenden Sonntag zur Reserve des TV Jahn Hiesfeld nach Dinslaken. Anstoß ist um 15.15 Uhr.

SF Hamborn 07 II: Meyer, Telke, Hörter, Coban, Güner (75. Rasaq), Pala (69. Avsar), Kasch (61. Yildizhan), Kücüker, Türkmen, Incesu, Hesse.

SGP Oberlohberg: Schürmann, Riesner, Biastoch (69. Kleer), Motto (64. Simic), Gieselmann, Röhring, Koller, Dyba, Müntjes (46. Schappert), Dyballa, Krath.

Schiedsrichter: Thomas Hoffmann (TuRa 88 Duisburg)

Tore: 1:0 Kasch (35.), 1:1 Gieselmann (57.), 2:1 Hörter (67.), 3:1 Yildizhan (72. Strafstoß), 4:1 Hörter (74.), 4:2 Simic (77.), 4:3 Krath (80.).

Gelbe Karten: Telke (30. Foulspiel), Koller (55. Foulspiel), Biastoch (68. Foulspiel), Dyballa (79. Foulspiel), Kleer (83. Foulspiel), Schürmann (90. + 3, Meckern)

Gelb-Rote Karte: Schürmann (90. + 4 Foulspiel)

Rote Karte: Telke (37. Tätlichkeit)

Zuschauer: 40


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